Freitag, 18. Dezember 2020

Heilige, Held und Hammelherde. V. Inspektionsreise bestätigt: Xanten ist ideologisch gefestigt!

 
Wie im ersten Beitrag dieser Reihe über Xanten (und Kalkar) berichtet, die mit dem in Kürze folgenden 6. Teil abgeschlossen werden wird, war ich aus politischen Gründen Ende November 2020 dort.
 
Selbstverständlich war es mir ein besonderes Anliegen, die Stadt daraufhin zu inspizieren, ob auch dort das richtige politische Bewusstsein, also das in Deutschland herrschende buntfanatische und euhaftungsfanatische sowie das ökosozialistische Bewusstsein der nationalen Front der AfD-Hasser-Parteien fest in den Massen verankert ist.

Uns siehe, ich wurde nicht enttäuscht.
Die sozialistische Friedenstaube, die globalistische Fairtrade-Bewegung: Sie alle sind fest im kommunalen Diskurs verankert:
 

Mit Genugtuung konstatierte ich am Europaplatz dieses leuchtende Bekenntnis zur kommenden EUdSSR (Europäische Union der sozialistischen Sowjet-Republiken, die freilich für mich selber eher ein hässliches Gestrüpp ist):

Dieser schöne Pavillon in den einstigen Wallanlagen (heutigen Grünanlagen) der Stadt beim Rundturm am Nordwall dürfte der Treffpunkt der Deutschen Pfadfindererschaft St. Georg, Stamm St. Viktor Xanten (Webseite) sein:
 
Jedenfalls lesen wir auf diesem Plakat die Selbstverpflichtung, "als Pfadfinder/In", allen Menschen mit Respekt zu begegnen:

Diesen jungen Pionieren für Frieden, Fortschritt und Völkerfreundschaft ist die Menschheit nicht Banane: Vielmehr verkörpern sie in vorbildlicher Weise den NEUEN MENSCHEN, indem sie durch ein gesellschaftlich bewusstes Einkaufsverhalten unsere Brüder und Schwestern aus den Sonnenländern hell aus dem dunklen Vergangnen zur Sonne, zur Freiheit, zum Licht empor heben:

Nicht immer leuchtete das Licht von Frieden, Fortschritt und Vorurteilslosigkeit so helle in Xanten. Noch im Kaiserreich, um 1890, gab es dort wie im dunkelsten Mittelalter Ritualmordbeschuldigungen gegen einen Juden und pogromartige (wenn auch wohl nur gegen Sachen gerichtete) antisemitische Ausschreitungen: Der Kna­ben­mord von Xanten (Wikipedia-Eintrag).

Eingedenk dessen, dass Xanten (wenn auch nur der Sage nach) der Geburtsort des edlen Recken Siegfried war, dem sogar ein (bei meinem Besuch wegen COVID-19 geschlossenes) Museum gewidmet ist .....
 
..... nimmt man aber heute die Bekämpfung der finsteren alten Drachen dort sehr ernst:


Es lebt in Xanten am Rheine ein edler Antiquar,
Der ist ein Antifantenheld, wie die Welt noch keinen sah!
 
Besonders Rühmenswertes kann ich in dieser Hinsicht von einem Buchantiquar vermelden, welcher in diesem hübsch bemalten Haus in der Klever Straße seinen Laden hat:

Obwohl meine Bücherborde schon überquellen (und ich die wenigsten meiner Bücher überhaupt gelesen habe) kann ich niemals der Versuchung widerstehen, Buchantiquariate zu besuchen, an denen ich unterwegs vorbeikomme.

Wie im ersten Blott dieser Serie berichtet, war mein "Auftritt" (genauer: Nicht-Auftritt) auf dem AfD-Sozialparteitag in Kalkar schon am ersten Tag (Samstag, 28.11.) und bereits kurz nach Mittag beendet.
Am Nachmittag hatte ich also noch Zeit, durch die Stadt zu bummeln. Ein kleines Büchlein über die einstige Römerstadt und den heutigen Archäologischen Park Xanten (
APX) "Colonia Ulpia Traiana" sollte 5,- € kosten. Ein weiteres, mit Fotos in schwarz-weiß bebildertes Buch über Xanten interessierte mich ebenfalls.

Nicht nur (mutmaßlich) zu teuer, sondern, für meine Interesse an der Stadt auch zu voluminös war ein großer Band über die Römerstadt, auf welchen der Ladenbesitzer mich hinwies.
Indes nahm ich diesen Hinweis zum Anlass, ihm beiläufig zu bekennen, dass ich wegen des AfD-Parteitages von Schwangau angereist sei und mich nicht mit solchen Wälzern abschleppen wolle.

Ein Blitzeinschlag hätte nicht verheerendere Furien entfesseln können als dieses Outing: Solchen Leuten wie mir verkaufe er nichts, wütete der antifaschistische Antiquarius, nahm mir abrupt das APX-Büchlein aus der Hand und verwies mich brüsk des Ladens.

Damit noch nicht zufrieden, folgte er mir nach draußen und forderte mich auf, auch den Raum vor seinem Laden zu verlassen. Vor allem dürfe ich sein Geschäft nicht fotografieren. Sogar mit der Polizei drohte er.
Dem gegenüber remonstrierte ich mein Recht, mich nach Belieben an jeder Stelle im öffentlichen Raum aufzuhalten, wies ihn darauf hin, dass seiner Ladenfront keine Persönlichkeitsrechte zukommen und forderte ihn meinerseits (sehr lautstark) auf, die Polizei zu rufen.
Letztlich retirierte er jedoch wieder in sein Geschäft.

Ich will aber Gerechtigkeit walten lassen und führe sein Verhalten nicht auf Angst zurück - denn was ein rechter Antifaschist ist, für den gilt ja "Gesicht zeigen gegen Rechts" -, sondern auf seine übergroße Bescheidenheit.
Er ist einer von jenen zahllosen stillen Alltagshelden, die unter heroischer Zurücksetzung eigener Interessen den täglichen Kampf gegen die Ultrarechten (wie mich) führen, und dabei massive persönliche Verluste in Kauf nehmen (
immerhin hatte ich 10 - 15 € für den Bücherkauf bei ihm budgetiert!).
Einen Platz in der Krypta des Xantener Domes, wo einiger (katholischer) Märtyrer des NS-Regimes gedacht wird, wird ihm zwar nicht beschieden sein, denn die "KZs sind ja derzeit leider außer Betrieb" (wie Akif Pirincci gesagt - und die mediale Affenherde bewusst oder aus Dummheit falsch verstanden bzw. verfälschend wiedergegeben hatte).

Umso wichtiger ist es, dass wir hier der mutigen antifaschistischen Heldentat dieser demokratischen Lichtgestalt gedenken, begangen unter totaler Hintansetzung eigener Interessen. Ok, meinetwegen auch unter Missachtung von Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz: aber wer trägt das schon ständig unter dem Arm? Und wer will denn gleich so pingelig sein und mit dem GG ankommen, wenn es doch um den "Kampf gegen Rechts", also das ewige zoroastrische Weltenringen zwischen Licht und Finsternis, geht?
Ich jedenfalls kenne meine vaterländische Pflicht und weiß, dass man solchen stillen Kampfesmut gar nicht genugsam rühmen kann!


Es gibt übrigens, näher am Mitteltor und damit zum Markt/Stadtzentrum him, noch ein weiteres Buchantiquariat (erstaunlich für eine so kleine Stadt!):
 
Auch da habe ich ein wenig gestöbert und ebenfalls meine AfD-Parteizugehörigkeit offenbart.
Eigentlich war ich DORT auf ein gewaltiges Donnerwetter gefasst gewesen, denn dieser Antiquar bekannte sich mit einem Aufkleber auf, glaube, seiner Ladentür zu dem berüchtigten Spruch "Wir schaffen das" von Bundeskanzlerin Angela Schurkel und zur Aufnahme von Immiggressoren (die auf dem Aufkleber natürlich als "Flüchtlinge" bezeichnet wurden).

Aber nichts dergleichen: Wir haben uns zivilisiert wie ganz normale Menschen unterhalten, die Bücher lieben. Über die wunderschönen Manesse-Bändchen in Leder und Leinen (von denen er eine recht große Zahl vorrätig hatte) und über die russische Literatur, über die ich zwar denkbar wenig weiß, über deren eruptiv-plötzliches Aufblühen im 19. Jahrhundert aber auch schon gestaunt hatte.


Und die Moral von der Geschicht?
 
Die einen lieben Bücher,
Bei andern strahlt das Zeitgeist-Licht!


Diese Reihe besteht aus insgesamt -6- Blogposts (der jeweils vorliegende gefettet):
 

TEIL II

TEIL III 

TEIL IV 

TEIL V


 
ceterum censeo
Wer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":
Der hat den A.... offen!
Textstand vom 18.12.2020

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