Dienstag, 15. Dezember 2020

Heilige, Held und Hammelherde. III. Impressionen aus Xanten


  
Diese Rose blühte noch am 29.11.2020 in einem Xantener Vorgarten.

Bienen und Marienkäfer waren freilich nur noch auf einer Wandmalerei unterwegs,
  im ehemaligen Stadtgraben, beim Schweineturm. (Dieser erscheint im IV. Teil - "Backsteinbauten alt und neu" - dieser Serie.)

Tatsächlich war es auch recht kalt, wenngleich noch über 0°:
 
In der Altstadt von Xanten herrschte Maskenpflicht; 
Die Vögel freilich brauchten sie nicht:
 (Und haben, maskenlos-glücklich, dann auch entsprechend kräftig gekrächzt.)
 
Immer wieder drängen sich die Domtürme ins Blickfeld; hier vom Friedhof aus gesehen:
 
Der Friedhof liegt in der Nähe des Penny-Marktes, wo ich mich mit Lebensmitteln versorgt habe; die Restaurants waren ja sämtlich geschlossen. Und mir ein Mittagsmahl irgendwo abholen (wie es einige Gaststätten anboten), und dann entweder in der Kälte auf einer Parkbank mampfen oder in meine Unterkunft zurückkehren, mochte ich nicht.
 
Jedenfalls, wie gesagt: Weil der Friedhof in der Nähe des Penny-Marktes liegt, bin ich auch dort mal drüberspaziert:

 
Selbstverständlich hatte ich mich auch in touristischer Hinsicht einigermaßen auf diese (eigentlich politische) Reise vorbereitet und mir im Internet diverse Stadtpläne ausgedruckt; trotzdem war mir vor Ort diese Informationstafel willkommen. 
Vielleicht auch Ihnen?

Im kleinen Lädchen der Valérie Klein
Lernt man Französisch edel und rein
(unterstelle ich mal; schon des Reimes wegen😇):


In Xanten geh'n auf Schritt und Tritt
Stets die alten Römer mit:
(Auch zur Zeit der "Colonia Ulpia Traiana" war die Altstadt von Xanten besiedelt: Mit Handwerkern. Vielleicht einheimischen Germanen? Oder einer Mischbevölkerung von Römern und Germanen?)
 
Ehrensache, dass hier eine Buchhandlung nicht einfach unter dieser banalen Bezeichnung läuft, sondern "Librarium" heißt (größer ist freilich die "Dombuchhandlung")
 
Dom .....
 
..... und nochmal Dom .....;
 
..... aber eine evangelische Kirche gibt es auch:
 
Nachdem Xanten 1614 an Brandenburg gelangt war, blieb es zwar in der großen Mehrheit katholisch. Aber evangelische (bzw. damals: calvinistische) Gläubige genossen Glaubensfreiheit und bekamen (nach dem 30jährigen Krieg) auch eine hübsche Kirche.

Es gibt viel zu sehen in Xanten .....
 
..... also schauen wir uns noch ein wenig weiter um.
 
Fast ganz um die Xantener Altstadt herum zieht sich ein Grüngürtel, der ehemalige Stadtgraben. Nachdem Xanten (seit 2014) ein "Luftkurort" ist, nennt sich diese Anlage jetzt pompös "Kurpark". Hier der Mauerturm Westwall, ungefähr vom "Meerturm" (in der Bahnhofstraße) aus gesehen:

Auch beim Spaziergang in diesem Kurpark entkommt man nicht dem Anblick der Domtürme:
(Mehr über den Dom im 2. Teil dieser Blogserie.)
 
Ein Abstecher zur "Siegfriedmühle"; im Hintergrund auf dem Gelände des "APX" (Archäologischer Park Xanten) das wiederaufgebaute Nordtor der Römerstadt Colonia Ulpia Traiana:
 
Blick durch den Zaun des APX über das ebenfalls - teilweise - wieder aufgebaute römische Amphitheater auf die Domtürme:
 
Auf der Informationstafel oben mit dem Altstadtplan ist auch der "Abenteuerspielplatz" eingezeichnet.
Der (fröhlich lächelnde - aber das tun Krokodile ja auch!) Drache knüpft an die Nibelungensage an. Nach einer Version dieser Geschichte wurde der Drachentöter Siegfried (der mit dem Lindenblatt auf der Schulter) in Xanten geboren.
Im Hintergrund die auf den Stadtmauerresten aufsitzende Windmühle "Kriemhildmühle" aus dem 18. Jh.:
(Die Stadtmauer, jedoch nicht die Türme und Tore, waren im Dreißigjährigen Krieg geschleift worden. Bis auf das Klever Tor wurden die Eingangstore um 1820 abgebrochen.)

Hier die Kriemhildmühle von der Stadtseite (Brückstraße) aus gesehen:
 
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Stadt Xanten mehrfach bombardiert und weitestgehend zerstört. (Wer es ganz genau wissen will, was damals los war, kann sich in der 534-seitigen Dissertation - 2001 - "Eine gänzlich zerstörte Stadt. Nationalsozialismus, Krieg und Kriegsende in Xanten" von Ralph Trost schlau machen.)

Dieser Luftschutzbunker unter dem Marktplatz war wohl keine "deutsche Wertarbeit":


Am Marktplatz gibt es, wie in vielen anderen Orten auch, eine "Bücherbox". (Zu dieser Einrichtung vgl. auch meinen Blott "Bookcrossing, Bücherboxen, Giveboxen, GeNehmBoxen, Gratisangebote im Internet, öffentliche Bücherschränke, Oxfam, Umsonstläden, verschenken" vom 07.01.2012.) Auch wenn ich selber dort kein Buch entdeckt habe, was mich (angesichts der gigantischen Leserückstände bei meinen eigenen Beständen) gereizt hätte: eine gute Sache!

 
 
"Alles" von der Xantener Altstadt gesehen hat (genau wie ich😁) auch Blogger Detlef; der allerdings im Wonnemonat Mai (dieses Jahres).
Auch Gina und Marcus haben Römerpark und Stadt (im Juni oder Juli 2020) zu einer freundlicheren (und gast-freundlicheren: Ohne Corona-Lockdown!) Jahreszeit gesehen als ich.
Hier berichtet Familie Kreiter (Datum?); dort ein gewisser Herbert S. Zahlreiche Bilder und zugehörige Erläuterungen machen beide Blogposts zu einer angenehmen Lektüre.
Ebenfalls zur Weihnachtszeit 2019 hat auch dieser Blogger im Römerpark und in der Altstadt stimmungsvolle Aufnahmen gemacht.

Ein Reisebericht aus dem Jahr 2012 macht mich darauf aufmerksam, dass in den Sommermonaten (offenbar noch immer) eine Bimmelbahn "Nibelungen-Express" durch die Stadt kurvt. Auch eine gute Idee, wenn man einen raschen Überblick gewinnen möchte, bevor man dann zu Fuß die Sehenswürdigkeiten abklappert. Oder nicht (mehr) gut zu Fuß ist.
(2019/2020 wurden die Wagen mit wesentlicher Unterstützung durch das "LEADER"-Programm mit Euro-Knete elektro-motorisiert
(Sehr sinnvoll, dass wir dafür unser Geld nach Brüssel abliefern, um es - nach Abzug der Bürokratie- und Selbstberühmungskosten - dankbar-beglückt von dort wieder zu empfangen!)

Eine 44-seitige Ortsbroschüre von 2018 informiert recht umfassend über die Stadt.

Sehenswürdigkeiten (Webseite der Stadtverwaltung) 
 
Informativ sind auch mehrere Webseiten über (teilweise nicht realisierte) "Denkmalbereiche in Xanten".  

Eine nach Themenbereichen geordnete (und innerhalb dieser Bereiche alphabetische), nach meinem Eindruck ziemlich erschöpfende Aufstellung der Xantener Sehenswürdigkeiten (auch der Ortsteile) bietet die Webseite "Goruma".


Diese Reihe besteht aus insgesamt -6- Blogposts (der jeweils vorliegende gefettet):
 

TEIL II

TEIL III 

TEIL IV 

TEIL V


 
ceterum censeo
Wer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":
Der hat den A.... offen!
Textstand vom 18.12.2020

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