Montag, 30. April 2018

Hoch auf zwei grünen Hügeln: Das Alt-Städtchen Montecatini Alto

 

Hunger? Dann greifen Sie doch einfach zu: Pizza "Occhio di Bue" (Ochsenauge; im Hintergrund "Marinara").
Sie meinen, nur ein Ochse würde zum Essen in den Bildschirm greifen? Okay: Da könnten Sie allerdings auch wieder Recht haben!




Dies ist nun mein dritter und letzter Blott über unsere viertägige Bustour "Schnupperreise Toskana" mit der Fa. Komm mit Reisen mit dem Standquartier in Montecatini Terme.

Am zweiten Reise- und folglich ersten Aufenthaltstag stand eigentlich eine Fahrt nach und Stadtführung in Florenz auf dem Programm. Der haben wir uns jedoch nicht angeschlossen, sondern uns die (relativ neue) Stadt
Montecatini Terme angeschaut, sowie das großenteils noch mittelalterliche Hoch-Montecatini (Montecatini Alto) , das auf zwei Hügelkuppen angelegt wurde.

Hier die eine, von der Stadt aus linke und von der Himmelsrichtung her nördliche:

 
Und nun die rechte bzw. südliche (und noch etwas höhere):
 
Nachdem wir den Rand des Kurparks (auf der Viale Fedele Fedeli) durchwandert hatten bogen wir nach rechts in die Viale Armando Diaz ein und erreichten rasch die Talstation der alten Standseilbahn ("Funicolare"; Homepage), die eine der großen Attraktionen von Montecatini ist - und sogar in der deutschsprachigen Wikipedia einen eigenen Eintrag bekommen hat:

Ausführlicher berichtet natürlich die italienischsprachige Wikipedia; auf Englisch kann man sich z. B. hier oder dort informieren. Oder auf dieser Tafel an der Bodenstation:

(Die sich ums Verrecken nicht umdrehen lassen will. Also, falls es wen interessiert: Das Foto runterladen und dann auf die Füße stellen.)


Der Preis für Hin- und Rückfahrt beträgt 7,- €; das ist der Spaß allemal wert. (Zumindest dann, wenn man so ein Bilderbuchwetter hat, wie wir auf diesem ganzen Trip.)
 
Die Wartezeit vertreiben wir uns zunächst mit dem Studium des Stadtplans. Weitere Infos gibt es, auf Italienisch, auf der Seite des örtlichen Verkehrsvereins ("Pro loco") oder auf Englisch z. B. hier und dort.
 
Dann umschleiche ich den Wagen und vergewissere mich, dass technisch alles in Ordnung ist. ("Gigio" heißt "unser" Waggon und ist mit der Nr. 1 markiert; denselben hatten wir zufällig auch auf der Rückfahrt; die Nr. 2 ist ein Weibchen: "Gigia"):
 
Durch diese steile Gasse werden wir gleich kommen:
 
Schnell nochmal prüfen, ob nicht etwa der Zwischenzeit jemand die Hügelstadt geklaut hat:
 
Dann dürfen wir einsteigen. Auch auf den Außenplattformen darf man sich aufhalten, und das habe ich natürlich gemacht: Bei der Bergfahrt auf der unteren, bei der Talfahrt auf der oberen:

Einige Schnappschüsse von der Strecke:

 
Diesen pseudo-mittelalterlichen Turm sieht man immer wieder, von Montecatini Terme aus (dort auf den Bild mit den Eisenzaunspitzen), im Vorbeifahren sowieso und auch von Montecatini Alto:
 
Nachdem wir einen engen Felseinschnitt passiert haben .....
 
..... eröffnen sich umfassende Ausblicke auf die Ebene mit der Kurstadt:
 
 
Im Mittelgrund in der Ebene liegt der Kurpark (orientieren kann man sich an der Schneise der Viale Giuseppe Verdi und dem Riesenrad, beide am linken Bildrand): 
 
Hier habe ich das Zentrum herangezoomt. Links die Viale Giuseppe Verdi, die stadtseitig mit der Kirche Santa Maria Assunta abschließt. Der zweischenklige Bau im Mittelgrund sind die Terme Leopoldine; das höhere Gebäude rechts davon ist das Stabilimento Grocco (vgl. zu beiden mein Vorposting über die Kurstadt)
 
Noch stärker gezoomt erkennt man auch das Kinderkarussell am stadtseitigen Ende der Viale Giuseppe Verdi:
 
Über romantische Bögen von Brücken .....
 
 
 ..... erklimmt unser Bähnlein des Berges Rücken. In der Mitte der Glockenturm und die Kirche San Pietro Apostolo; rechts davon überragt der Turm der Alten Festung kaum die Baumkronen: 
 
Wohl präzise gezeichnet, dafür aber ohne Straßenbezeichnungen, ist diese Stadtplantafel oben am Parkplatz Largo Martinelli (an einer Kurve und Ausbuchtung der Viale Vittorio Veneto, auf dem Plan rechts unten unterhalb des großen Gebäudekomplexes).
 
Etwas planlos schlendern wir zunächst auf der Viale Vittorio Veneto nach Süden .....
 
..... und dann zurück ins (zumindest gastronomische) Herz der Altstadt, die zum Nordhügel ansteigende Piazza Giuseppe Giusti .....
 
..... mit einem von Material und Farben her an die Majolikaskulpturen der della Robbia Künstlerfamilie (15. Jh.) anknüpfenden (sicherlich neueren) Majolikatondo:
 
Ein putziges Theaterchen aus der Zeit um 1900 oben am Platz:

 
Bis vor einigen Jahren wurde das Theater (Homepage; Facebook) anscheinend noch für Vorstellungen bzw. Veranstaltungen genutzt; jetzt ist es anscheinend ein Lokal für Abendessen.
 Ein Blick von der (Nord-)Seite auf eines der beiden Ecktürmchen: 

 
Rechts vom Theater liegt das Restaurant Il Giardino. Für dieses entschieden wir uns, nachdem wir uns die Speisekarten aller anderen Restaurants, die den Platz umstellen, angeschaut hatten. Erst später stellte ich fest, dass sogar der Baedeker Toskana (S. 334 der mir vorliegenden 14. Aufl. v. 2009) dieses Lokal empfiehlt: "Wer dem Treiben auf dem Platz die Aussicht auf das Umland vorzieht, sollte sich für die Terrasse des Gran Café Il Giardino entscheiden". (Beachte, dass hier wie an vielen anderen Stellen die Werbung bzw. Erläuterung auch auf Russisch verfasst ist. Was interessante Rückschlüsse auf die Touristenherkunft ermöglicht.)
 

 Von hohen Häusern umgeben öffnet sich ein lauschiger Hof:

Dass sich der Maler kurz entfernt hat, nutze ich schamlos aus:

Der Blick gleitet an der Mauerbrüstung entlang in die Ferne .....
  

 
Auf der anderen Seite (im Süden) liegt Monsummano Alto, sozusagen ein kleineres Pendant zu Montecatini Alto ("è lo stesso", "es ist dasselbe", meint der Wirt), denn auch dort liegt das moderne Monsummano Terme im Tal und ist ein Thermalkurort:
 
Da schauen wir uns - wozu haben wir einen Zoom mit 30facher (bzw. auf Kleinbildformat bezogen: 25facher) Vergrößerung? - natürlich auch die Spitze des Berges genauer an:
 
Doch schon erblicken wir in der Gegenrichtung (Norden) im Tal ein zypressenumstandenes Haus:
 
Und im Osten die Türme des Ortes Serravalle Pistoiese: 
 
Wir verlassen die gastliche (wenn auch nicht ganz billige - aber der Ort und das Essen sind jeden Euro wert, den wir bezahlt haben) Stätte und gehen zur Kirche San Pietro ..... 
..... wo das gleißende Sonnenlicht durch die bunten Kirchenfenster magische Lichteffekte auf die Kirchenbänke malt:

Ein Durchblick zwischen Kirchenturm (Glockenturm) links und Kirchengebäude rechts in die Landschaft: 
 
Ein Denkmal für die die Heilige Barbara, Schutzpatronin des Ortes (nach der ist übrigens auch die Festung benannt, die wir in Siena gesehen hatten). Diese Allroundheilige ist so ziemlich für alle zuständig: Munitionsarbeiter und Soldaten, Feuerwehrleute und Marine - und alle, die eines plötzlichen und unerwarteten Todes sterben:
 
 
 
 
Die Alte Festung (auf dem Südhügel lag die Neue Festung, von der aber nicht mehr viel übrig ist) bedeckt ein recht großes Areal:
 
 
 
Diesen Turm, bzw. seine Spitze, hatten vor vorhin schon von der Stadtseite aus gesehen:
 
Zurück am Piazza Giusti entdecken wir ein Haus mit einer verblichenen Fassadendekoration; es steht zum Verkauf:  
(Dass sich im Erdgeschoss ein Restaurant befindet, verrate ich Ihnen natürlich nicht: Dann würden Sie es ja vermutlich nicht kaufen!)

Nur ein kurzes Stück weit erklimmen wir den Südhüge und schauen zurück auf Kirchturm (links) und Festungsturm (hinten rechts):

Auch hier oben gibt es das eine oder andere hübsche Haus aus der Gründerzeit:
 
Zum Abschied noch ein Blick nach Süden, in Richtung des oben erwähnten Parkplatzes Largo Martinelli (in der Bildmitte die Trasse der Standseilbahn):
 
Und dann gehen wir zum Zug zurück .....
 
..... der hier tapfer auf seinen steilen Abstieg herabschaut:
 
Auf der Talfahrt stand ich, wie schon gesagt, auf der Außenplattform an der Bergseite des Wagens:
 
 
36% Steigung (bzw. auf der Rückfahrt: Gefälle): Nicht schlecht, Herr Specht!

Acht Minuten dauert eine Fahrt; erstaunlich, wie viele Aufnahmen man in dieser kurzen Zeit knipsen kann! Die Streckenlänge beträgt 1.056 m, der Höhenunterschied ("Dislivello") 206 m.
 
 
 
 
 
 
 
Zum Abschied schauen wir von unten, von Montecatini Terme aus noch einmal sehnsüchtig über das Riesenrad auf die Bergstadt hoch:




ceterum censeo

Wer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":
Der hat den A.... offen! 
Textstand vom 30.04.2018

Keine Kommentare:

Kommentar posten