Dienstag, 13. Juni 2017

Steingadener Blütentage diesmal mit Flugvorführung!

 
 
 


Also: Meine Schuld ist es nicht, wenn Sie beim Titel an Flugzeuge gedacht haben: Ich habe ja lediglich von "Flugvorführung" gesprochen.
In diesem Falle flog der Pilot leibhaftig selber durch die Lüfte: ein Roter Milan. (Ein Facebook-Freund hat mich aufgeklärt, dass diese Vögel auch Gabelweihen genannt werden. Ich selber kenne mich in Naturkunde nicht aus; auch dass es sich um den Roten Milan handelt, habe ich von einem freundlichen älteren Herrn erfahren, mit dem ich an einem Tisch ins Gespräch kam). 
  
 
 
 
 
 
Die Flugschau gehörte natürlich nicht zum offiziellen Veranstaltungsprogramm der Steingadener Blütentage am 10./11. Juni 2017; das war eine überraschende Zugabe.
 
 Wenn dem Knipser ein solcher Flugkünstler vor die Kamera-Linse kommt, dann heißt es natürlich: "Sei bereit".
 
Unter diesem Titel versteht Anna Mikutta, eine "richtige" Künstlerin, allerdings etwas anderes - was mir aber ebenso gut gefallen hat wie die Flugkünste des Roten Milan: Ein sensibles Gebilde, wie auch ein weiteres Holzobjekt von ihr, das jedoch schwierig zu fotografieren war.
 
Aber hier greife ich vor - auf eine Kunstausstellung, die, wie schon in früheren Jahren (für 2011 vgl. z. B. hier), im Steingadener Pfarrheim St. Johannes Baptist arrangiert ist und die auch vor und nach den Blütentagen an einigen Wochenenden geöffnet hat.
 
Die Blütentage finden rund um den (mit einigen Ständen usw. auch im) "Fohlenhof" statt. Der Ausdruck könnte Vorstellungen von einem putzigen kleinen Bauerngehöft erwecken.
Tatsächlich handelt es sich aber um einen riesigen Komplex, der im 18. Jahrhundert für den agrarischen Großbetrieb des Prämonstratenserklosters Steingaden erbaut worden war.
Heute schaffen es nicht einmal Gemeindeverwaltung, Schule und Pfarrgemeinde gemeinsam, diesen gewaltigen viereckigen, fast geschlossenen (nur an einer Seite ist etwa die Hälfte unbebaut) auszufüllen; ein Teil scheint noch in privater Hand zu sein. (Das erkennt man auch an der ungepflegten Außenseite eines großen Teils der Anlage.)
Über die Geschichte dieses ehemaligen Meierhofes (der als Ausbildungshof für Pferde der bayerischen Armee im 19. Jh. zu seinem heutigen Namen "Fohlenhof" kam)
informiert eine Unterseite der Webseite der Steingadener Blütentage.

Rechts der Inneneingang zum Rathaus der Gemeinde Steingaden. Die hat noch
nicht einmal 3.000 Einwohner und damit deutlich weniger als Schwangau, ist aber kulturell sehr rührig.
Schon früher haben dort ansässige Adelige und andere Personen das öffentliche Leben unterstützt; jetzt gibt es eine Bürgerstiftung.
 
Hier ein weiterer Blick in den Innenhof, der aber, wie gesagt, nur einen Teil der Ausstellungsfläche bildete; an drei Außenseiten der Anlage (ebenfalls Grünflächen) waren weitere Ausstellungsstände aufgebaut (hier der Flyer mit dem Ausstellungsplan):
 
Das Wetter war hervorragend: Strahlender Sonnenschein; die Temperaturen aber noch erträglich. Überlaufen war die Ausstellung nicht; das hätte uns auch nicht gefallen. Aber doch ganz gut besucht* - wenn man bedenkt, dass sie an zwei Tagen lief und dass das Dorf und das Umland dünn besiedelt sind. (Und ich denke, die Aussteller sind auch auf ihre Kosten gekommen, denn viele Besucher trugen ihre Einkäufe über den Markt.)
Es gibt in Bayern also durchaus Menschen mit anderen Interessen als nur an der "bayerischen Dreifaltigkeit" .....
[* Nachtrag 13.06.2016: Das "Füssener Blatt", der hiesige Lokalteil der Allgäuer Zeitung, spricht heute von 9.000 Besuchern - "und damit deutlich mehr als bei den letzten Malen".]

 
..... des humorvollen Künstlers Johannes Klein .....
 
..... der auch eine Skulptur mit dem Titel "Land im G'sicht" präsentierte:
 
 
Während eine Valeria Weissbrodt Hausfrauen modelliert hatte:
 
 
 
Meine Auswahl ist willkürlich; zahlreiche weitere Künstler (z. B. einen Fotografen mit ebenfalls humorvollen Fotomontagen) habe ich nicht erwähnt.
Hier aber die drei genannten:

 
Logo, dass ich beim Knipsen von so viel Kunst voll inspiriert war:
 
 
 
Ob ich dabei keinen Dach-Schaden davongetragen habe, müsse meine Leser entscheiden. Das Fohlenhof-Dach war (zumindest in diesem öffentlichen Teil des Gebäudekomplexes) jedenfalls gut in Schuss: 
 
 
 
 Wer genügend Kröten hatte, konnte hier genügend Kröten kaufen:
 
 

 Und diese beiden haben Knipsern wir mir mal so richtig die Meinung gegeigt. (Aber als langjährig in politischen Debatten engagiertes Facebook-Mitglied bin ich hart im Nehmen. ;-) )
 
 Damit man die Einkäufe nicht stundenlang durch die Ausstellung schleppen musste, gab es eine "Pflanzen-Garderobe":
 
Diese Pflanzen (deren Name ich nicht kenne, deren Spiel mit dem Licht mich aber zu einem Spielen mit der Belichtung verführte) standen nicht auf der Ausstellung, sondern waren Teil der öffentlichen Begrünung auf dem langgezogenen Marktplatz vor der Klosteranlage:
 
 
 
 
Auch das Klostermuseum war geöffnet - ohne Eintritt. Diese Tafel zeigt einen Größenvergleich des sog. "Welfenmünsters" in Steingaden u. a. mit der Wieskirche, die (als Pilgerkirche) ebenfalls von diesem Kloster erbaut wurde und auf dessen Territorium lag:
 
(Steingaden und die Wieskirche kennen meine treuen Leserinnen und Leser bereits aus mehreren früheren Blogeinträgen.)
 
Weil sich bei den Blütentagen doch alles um die Natur dreht, kam es mir im Klostermuseum in den Sinn, dass die Heilige Afra vielleicht eine historische Tree-Huggerin war? Doch war in diesem Falle die Nähe zum Baumstamm eine unfreiwillige: Die Legende berichtet, dass Afra an einen Baumstamm gebunden und enthauptet wurde.
 
In dem und um das Welfenmünster herum hatten die "Blütentage" ebenfalls einige Objekte geschmückt und Veranstaltungen organisiert; hier war der Zutritt gratis.
 
Gar so üppig wie auf diesem Poster war das Welfenmünster in diesem Jahr nicht ausgeschmückt; das Foto stammt offensichtlich von der Veranstaltung im Jahr 2015 (der Markt wird alle zwei Jahre abgehalten).
 
Aber die Kirche ist ohnehin allemal sehenswert.
Steingaden liegt im "Pfaffenwinkel" ; eine weitere wunderbare Kirche in dieser Gegend ist die vom ehemaligen Kloster Rottenbuch. (Die Gegend um Schwangau dagegen wird "Königswinkel" genannt - wie man auch am "Kinicounty" in meiner Blog-URL ersehen kann. ;-) )
 
Im Klostergarten (der, wie die Blütentage, ebenfalls von dem äußerst rührigen Steingadener Gartenbauverein betreut wird) gab es eine Führung; die habe ich aber nur mit einem Blick aus dem Fenster des Klostermuseums gesehen.
Die ebenfalls abgebildeten Schirme werden wir uns unten noch genauer anschauen - und eine Überraschung erleben.
 
Zunächst gehen wir aber durch einen eigentlich unansehnlichen Kellergang - der ebenfalls schmucke Überraschungen birgt:
 
Freilich: Wenn man den oder die Falsche geheiratet hat, dann sieht die Welt anschließend vielleicht so aus. Oder, wie die Italiener sagen: "Dopo i confetti vengono i diffetti" - Nach dem Hochzeitskonfekt kommt der graue Alltag. Der hier aber doch ein recht schmucker ist - jenseits des Gitters. ;-)
 
Den Schirmen begegneten wir am Ausgang aus dem Kellerschlauch wieder. Von unten sahen sie ganz anders aus als von oben: 
 
 
Und hier ein Blick von der anderen Seite auf den Kellerein- bzw. ~ausgang:


Andere werfen Münzen in Brunnen, wenn sie sich wünschen, an einen schönen Ort zurückzukehren. Ich investierte einen Euro für die Kirchen-Kerzen-Kasse und bereicherte diese Opferkerzenplatte in einer Kapelle der Vorhalle um zwei weitere Lichter. Und ich tat das Gelübde, dass wir auch zur nächsten Veranstaltung, in zwei Jahren, wiederkommen würden!
(Weather permitting - diese reservatio mentalis musste schon sein. ;-) )

 


Textstand vom 13.06.2017

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