Dienstag, 6. August 2013

Si, si, Sisi war auch schon hier: Auf Schloss Trauttmansdorff am Rande von Meran






Zu ihren Lebzeiten wäre die österreichische Kaiserin Elisabeth, bekannter als "Sisi" (oder "Sissi" - zur unterschiedlichen Schreibweise ihres Kosenamens vgl. hier), wohl eher nicht der Wunschtraum aller Kurdirektoren gewesen: Angesichts ihrer recht zahlreichen Reiseziele (Wikipedia) hätte es zum "Goldenen Gamsbart" (oder was auch immer die tatsächliche Auszeichnung ist) für den 100sten Aufenthalt im selben Ferienort nicht gereicht.
(Für Sissi-Freaks: Diese Biographie auf der Webseite "FemBio" enthält auch eine Reihe weiterführender Links.)

In Meran hat sie vier Mal gekurt, davon zwei Mal im Schloss Trauttmansdorff (etwas komplizierte Schreibweise, aber so ist es korrekt: tt-n-ff). Bei ihrem ersten Aufenthalt blieb sie allerdings gleich sieben Monate, und brachte einen Hofstaat von 102 Personen mit: Da müssen die Kassen der lokalen Wirtschaft schon geklingelt haben.

Vor allem aber hat die rasche Genesung ihrer kränkelnden Tochter Meran als Kurort berühmt gemacht.
Und noch heute zehrt Meran und zehren Schloss und Park Trauttmansdorff (der
botanische Garten von Meran) von Sissis Glanz und Gloria: Es gibt einen Sissi-Weg zwischen dem etwas außerhalb gelegenen Komplex und der Innenstadt von Meran und im Schloss eine Ausstellung zum Aufenthalt der Kaiserin. Der Park, der das Schloss umgibt (Plan), bietet eine Sissi-Terrasse, eine Sissi-Promenade und eine Sissi-Büste (Plan Nr. 78) sowieso.
An einigen Sommer-Sonntagen veranstaltet die Verwaltung von Schloss und Park sogar ein "Frühstück bei Sissi" mit Brunch auf der Sissi-Terrasse bei klassischer Live-Musik.
 
 
Wir sind allerdings eher keine Sissi-Fans; uns lockte auch nicht das (im Wesentlichen im 19. Jahrhundert neogotisch wieder aufgebaute) Schloss, sondern der Park (einige Auszüge aus dem über 200seitigen Gartenführer sind hier online nachzulesen; ein kurzer aber brauchbarer Einführungstext z. B. bei Travel24).
 
Also buchten wir die vom Busunternehmen Greis (aus Nesselwang) für Sonntag, den 04.08.2013 angebotene Busreise dorthin.
Pünktlich um 7.50 h holte uns der Bus mit "Egon" (dem Chef selber) am Steuer aus Schwangau ab. Dort stieg außer uns noch eine Dame zu; insgesamt fuhren (nur) ca. 20 Personen auf dieser Tour mit.
 
 

Über Füssen, Reutte und den Fernpass ging es gen Süden.
Für die Hinfahrt wählte Egon die Route an Innsbruck vorbei über den Brenner und durch das Eisacktal.
Die Rückfahrt führte uns durch das Etschtal (also den Vinschgau) über den Reschenpass, dann ein Stück durch das Inntal und an Imst vorbei wieder zum Fernpass.
Bei strahlendem Sonnenschein war schon die Fahrt ein Genuss.
 
Der Busparkplatz am Schloss war recht leer; eigentlich erstaunlich für einen Sommer-Sonntag. (Aber natürlich beklagen wir uns darüber nicht).

Eine öffentliche Straße trennt die Parkplätze und das Kassengebäude von Schloss und Park:
Nach dem Lösen des Eintritts (8,50 p. P. bei Gruppen) überquert der Besucher diese Straße  auf einer Brücke:
 
 
Der Park ist 12 ha (120.000 m²) groß. Als Rechteck wären das z. B. 300 x 400 m, was nicht sehr beeindruckend erscheint. Allerdings sind in diesem Areal 7 km Wege angelegt, und das Gelände erstreckt sich über einen Höhenunterschied von ca. 100 Metern.
 
Links oben auf dem Plan erkennt man das Kassengebäude, die Straße und die Brücke, sowie auf der gegenüberliegenden Seite das Schloss.
Wir bogen gleich am Eingang nach rechts (also hier nach unten) ab, um den Rundweg "Sonnengärten" (orangefarben) zu begehen. Lt. Beschreibung kann man den Weg in 15 Minuten schaffen. Wir sind nur einen Teil abgelaufen, und anschließend noch einen kleinen Teil (am großen Teich entlang) des Themenweges "Wasser- und Terrassengärten". Dafür haben wir freilich fast die vollen 3 1/2 Aufenthaltsstunden verbraucht!
 
Es geht natürlich auch schneller - nur darf man dann nicht knipsen wie verrückt.
 
Zur Orientierung hier zunächst einige Übersichtsbilder:
 
Blick auf den großen Teich; in der Mitte eine Bühne, die gelegentlich auch für Freilicht-Aufführungen benutzt wird (am linken und rechten Bildrand werden die steinernen Sitzreihen des "Freilichttheaters" sichtbar):
 
Blick über den See hinweg auf Meran und die Berge im Süden der Stadt (aufgrund der dunstigen Atmosphäre auf dieser Aufnahme nicht gut sichtbar und an diesem Tage auch in natura nicht sonderlich beeindruckend):
 
Schöner war der Blick ungefähr nach Westen:
 
 
Neben verschiedenen Palmen .....
 
 
 
..... dominieren insbesondere die Säulenzypressen die Anlage; jedenfalls das "Amphitheater" am Hang unterhalb der Schlossbauten und am östlichen Teichufer:

(Links das "Palmencafé"; ansonsten gibt es an gastronomischen Einrichtungen noch das "Restaurant Schlossgarten". Wir hatten Brote mitgebracht - sonst hätten wir noch weniger von den Gärten gesehen. Im übrigen sind Toiletten - und sogar Trinkwasserspender - auch außerhalb der Restaurants über das ganze Gelände verteilt.)
 
 
Rechts oben (bzw. auf dem 2. Bild oben in der Mitte; dort im Vordergrund der zur Teichinsel führende Holzsteg) wird das Kakteenhaus sichtbar. (Das Glas der Gewächshäuser ist zu dieser Jahreszeit entfernt):

 
 
Dass man dort ein "seltenes Naturereignis" erleben konnte, war uns überhaupt nicht bewusst. Trotzdem habe ich diese komischen Gebilde natürlich herangezoomt: Die riesigen Blütenstände von zwei (ursprünglich 3) Agavenpflanzen!
(Mehr dazu in der Pressemitteilung "Einzigartig: Agaven in den Gärten von Schloss Trauttmansdorff blühen nur einmal" der Provinz Bozen vom 18.07.2013)
 
Hier die Inselbrücke aus einer anderen Perspektive:
 
Und noch ein Durchblick auf den See .....
 
 
 ..... sowie ein Fernblick in die Bergwelt:
 
Am Hang unterhalb (südlich) des Schlosses findet man diese Eisenträger. Ich vermute, dass der Meraner Winter für die hier eingesetzte mediterrane Vegetation denn doch zu kalt ist, und sie deshalb abgedeckt werden muss:

Auf den "Matteo-Thun'schen-Gucker" (der sogar dem Spiegel einen kurzen Bericht wert war) sind wir nicht hochgeklettert (ohnehin sind wir nicht mal in die Nähe des Eingangs gekommen):
 
 Auch der Irrgarten musste sich andere Irrende suchen:


(Bei dieser Gelegenheit fällt mir noch ein, dass der Park, zumal für einen herrlichen Sommer-Sonntag, absolut nicht überfüllt war. Uns hat das natürlich gefallen; trotzdem empfehle ich meinen Leserinnen und Lesern unbedingt einen Besuch dort.)

Meran liegt bekanntlich (seit 1918) in Italien. Und wer nach Italien fährt, hat natürlich einen von Johann Wolfgang von Goethe verbürgten Anspruch darauf, dass irgendwo "im dunklen Laub die Goldorangen glühn". Also dann - hier sind sie: 
(Eine ist mir sogar vor die Füße gekullert. Besonders reif sieht die freilich nicht aus, aber wir haben sie noch nicht probiert.)

Ebenfalls obligat sind Pergolen mit Weintrauben; hier direkt unterhalb der Schlossanlage:
 

Solche Pergolen bieten natürlich auch lauschige Plätzchen .....

..... und bezaubernde Ausblicke auf blühende Bougainvilleenhecken:
 

Die Entdeckung der "shades of green" in meinem vorangegangenen Blott fasziniert mich noch immer; im Vordergrund eine Artischockenblüte: 
 
Feigenblätter und Früchte:
 
 
Ebenso hier bei den Lotosblättern:


Licht-Spiele auch mit Lotosblüten. Entscheiden Sie selber, welches Bild Ihnen besser gefällt:




Ein Blick über die Lotospflanzenkolonie insgesamt: 

Und hier noch einmal aus einer anderen Perspektive, die auch den üppigen Bewuchs des Seeufers mit blühenden Stauden von - ? - zeigt:



Zum Abschluss zwei Schnappschüsse mit anderen Motiven:


  
 

Gegen 20.00 h kehrten wir nach Schwangau zurück.
Trotz Pausen auf Hin- und Rückweg - auf dem Rückweg an der stupenden, aber naturgemäß nicht gerade billigen, Raststätte und Hotelanlage
"Trofana Tyrol" in Mils bei Imst) war die Fahrt für uns doch recht anstrengend.
Dennoch werden wir sicherlich auch in den kommenden Jahren die 30,- € p. P. für die Fahrt investieren, sofern diese Tagesreise erneut angeboten wird. Die zahllosen Themengärten rund um das Schloss Trauttmansdorff sind es allemal wert.
Die Stadt Meran selbst ist natürlich ebenfalls interessant, aber als Reiseziel für eine solche Tour für uns weniger attraktiv. Da müsste man schon mindestens eine Woche dort verbringen, um u. a. auch die Zeit für einen Besuch des 2005 errichteten hochmodernen und eleganten
Thermalbades zu haben.)

 
 "In dunklen Docks erglüht der Phlox"?
Ich fürchte, aus mir wird wohl doch kein Goethe; nicht einmal in Italien!
(Andererseits ist der Vergleich unfair: Goethe war schließlich sehr viel länger dort!)   ;-) 
 
 
  
ceterum censeo

 Blockis* bluten brave Bürger!Deshalb Deutschland in Europa:
Weder Zuchtmeister, noch Zahlmeister!
 * Die eurofetischistischen "Blockparteien" CDUCSUFDPGRÜNESPD
Textstand vom 07.08.2013

1 Kommentar:

  1. Hallo! Ich fand es auch richtig schön in dem botanischen Garten, http://www.trauttmansdorff.it aber generel die Gegend in Meran ist ein Traum! LG

    AntwortenLöschen