Dienstag, 31. Oktober 2017

TreMoBe, Umbrien

 

Der Nebel, der uns bereits am Vortag auf unserem Ausflug an den Trasimenischen See begleitet hatte, blieb uns auch an diesem Samstag (14.10.2017) treu.
In der Hoffnung, dass er sich nur in den Niederungen festgesetzt habe und außerdem sich im Laufe des Tages lichten würde, entschied die Reiseleiterin (diesmal eine Französin, aber mit perfekten Deutschkenntnissen), die Reihenfolge der drei Kleinstadtbesichtigungen abzuändern: Anstatt mit dem in der Ebene gelegenen Bevagna begannen wir mit dem an einem Hang hochkletternden Trevi: 


(Die Anfangsbuchstaben der drei Orte, in der Reihenfolge unserer Besichtigung, ergeben das Akronym "TreMoBe" in der Überschrift.)
 
 
Mit dem unten abgebildeten Ortsschild rühmt sich Trevi scheinbar, eines der schönsten Städtchen Italiens zu sein. Im strengen Sinne wird damit aber lediglich die Mitgliedschaft in einer touristischen Vereinigung mit der Bezeichnung "I Borghi più belli d’Italia" kundgetan.
["Borghi" ist der Plural von "Borgo", das in deutschen Lexika u. a. mit "Dorf" übersetzt wird. "Kleines Städtchen" wäre aber wohl korrekter; vgl. näher die italienische Erläuterung in der Enciclopedia Treccani.]

Allerdings sind die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft streng. Festgehalten sind sie in einer pdf-Datei "Carta di Qualità" auf dieser Internetseite der Vereinigung (etwas runterscrollen). So darf u. a. die Einwohnerzahl im historischen Zentrum (bzw. ggf. eines zur Vereinigung angemeldeten Ortsteils) die Zahl von 2.000 nicht überschreitenund die Einwohnerzahl der ganzen Gemeinde darf nicht mehr als 15.000 betragen (§ 2.1.1).

Weiterhin muss die Gemeinde bzw. der Ortsteil anerkannte architektonische und/oder Naturschätze aufweisen. Die historischen Gebäude müssen in der Baumasse vorherrschen und ästhetisch einen einheitlichen Komplex bilden.
Zusammen mit weiteren Voraussetzungen, die ich hier nicht aufführe, dürften diese Qualitätskriterien garantieren, dass tatsächlich nur historisch attraktive Orte in diesen Club (mit derzeit 271 Mitgliedsgemeinden) aufgenommen werden.
Ein voluminöser und preiswerter Reiseführer (allerdings nur auf Italienisch) erschließt die Orte für den Tourismus.
 

[Übrigens gehören auch Corciano, wo wir untergebracht waren (vgl. früheren Blott), sowie die unten beschriebenen Städtchen Montefalco und Bevagna zu den "Schönsten Städtchen Italiens".]

Wie in allen anderen Stationen auf dieser Busreise hatten wir auch in Trevi einen nur kurzen Aufenthalt (glaube, 2 Stunden). In einer so knapp bemessenen Zeit gewinnt man wirklich nur einen oberflächlichen Eindruck und kann lediglich "knipsen", was einem halt gerade vor die Linse kommt; trotzdem haben uns die Stadt und die sie umgebenden Olivenhaine sehr beeindruckt.
 
(Die Sehenswürdigkeiten der Stadt in einem schnellen Überblick zeigt dieser Plan mit eingezeichneten Monumenten. Leider konnte man das Original vor Ort weder im Verkehrsverein "Pro Trevi" - wo ich freilich einen anderen Stadtplan erhielt - noch in einem Schreibwarenladen kaufen. In Montefalco habe ich es nicht versucht; in Bevagna erhielt ich gleichfalls einen schönen anderen, doch eben nicht diesen Bild-Plan.)

Das folgende, von einer Drone aus aufgenommene HD-Video möge ersetzen, was meine Fotos nicht wirklich bieten können: Die Schönheit der "Hauptstadt des [Oliven-]Öls" zu zeigen:

[Weil die Einbindung manchmal nicht funktioniert, hier für alle Fälle auch der Youtube-Link.]

Ebenfalls herrlich sind die umgebenden Olivenhaine, durch die sich unser Bus auf einer Serpentinenstraße hochquälte. Auch von dieser Landschaft gibt es auf Youtube einen qualitativ in jeder Hinsicht hochwertigen kurzen Film, den ich meinen Besuchern nicht vorenthalten möchte:

(Der sehr rührige örtliche Verkehrsverein "Pro Trevi" hat sogar eine kommentierte Liste von Videos über die Stadt ins Internet gestellt.)
 
Wie wir auf der Borghi-Clubseite erfahren liegt Trevi, die "Königin der Olivenbäume", in 425 m Höhe, hat insgesamt knapp 8.000 Einwohner und davon gut 1.000 in der Altstadt. (In unserer Zeit hat sich der Ort in die Ebene hinein ausgebreitet, wo heute die Arbeitsplätze sind und die meisten Bürger wohnen).
"Trevi, das inmitten von Olivenhainen liegt, hat sich schneckenförmig entwickelt" hieß es im Programm unseres Reiseveranstalters Komm mit Reisen. Und auf der Seite des Vereins der schönsten Örtchen Italiens lesen wir entsprechend in der Rubrik "Da vedere" (Sehenswürdigkeiten): "Trevi, costruita a cerchi concentrici, sembra una chiocciola ..." (Trevi, in konzentrischen Kreisen gebaut, erinnert an eine Schnecke ...). Eine sehr ausführliche und reich bebilderte italienischsprachige Stadtbeschreibung weist bereits in der Überschrift auf die Schneckenform - "a forma di chiocciola" - hin.)

Wegen eines Marktes (oder Marktfestes) auf der Piazza Garibaldi unmittelbar vor und mit einigen Ständen über die Via Roma bis hin auf die Piazza Mazzini in die Altstadt hinein reichend wurde unser Bus umgeleitet. So mussten wir oben am Beginn der "Via Coste" aussteigen und ein kurzes Stück in die Stadt hinablaufen (wurden aber später doch an der Piazza Mazzini wieder abgeholt).
An einigen der Stände wurden Speisen und Getränke angeboten, und das zu ausgesprochen volkstümlichen Preisen. Weil es noch zu früh war haben wir nicht zugegriffen. Deshalb weiß ich leider auch nicht, wie groß das Glas Wein zu 1,- € oder das Glas Fruchtsaft zu 0,50 € war. Oder die Wurst, von denen 2 zusammen mit einem Brötchen 2,50 € kosteten:

Irriger Weise bilden wir Deutschen uns ein, das Umweltbewusstsein ganz besonders zu pflegen. Doch auch in Italien ist man z. B. für die Abfallproblematik sensibilisiert; hier gibt es sogar Abfallkörbe aus Pappe:

In Italien galt gegen Ende des 19. Jh. anscheinend das Motto
Ist das Örtchen noch so klein -
Ein Theater: Das muss sein!

So gibt es auch hier in Trevi eines, das "Teatro Clitunno":

Es wird heute noch bespielt:

Natürlich existiert auch ein "Theaterrestaurant" (das sich freilich mit der Bezeichnung "Taverne" bescheidet):

Bereits in meinem Blott über die Weinprobe am ersten Aufenthaltstag hatte ich über die diesjährige Dürre in Umbrien berichtet. Vielleicht spielt der Text auf dieser Aufforderung zum Blutspenden darauf an:
"Wenn der Regen fehlt, hoffe ich auf den Himmel. Wenn es an Blut fehlt, hoffe ich auf dich."


Das Rathaus, ein repräsentatives Gebäude an der Piazza Mazzini, war - wohl anlässlich des Marktfestes - beflaggt:

Soweit es die knappe Zeit zuließ trieben wir uns noch ein wenig in den Seitengassen herum.
Zu unserer Sicherung  schickten wir die Polizei voraus, :-) die vorsichtig die Lage peilte:


Durch diese dunkle Gasse ("vicolo oscuro") muss er kommen?


Zumindest wohnt hier wer, und hat sich jemand eine kreative Balkonlösung einfallen lassen:

Überraschen würde es mich nicht, dass Sie sich vor Begeisterung nicht mehr einkriegen - und unbedingt nach Umbrien umziehen möchten.
Für alle Fälle stelle ich Ihnen hier einige Immobilienangebote vor:



Keine Angst, die alten Stadthäuser sind nicht verfallen; die werden ganz solide mit Stahlklammern zusammengehalten:

Zugegeben, die eine oder andere Hütte bräuchte mal einen frischen Anstrich:
Aber dieser hier, an der Casa Petrucci, datiert ja auch schon von 1512: Dafür ist der Fassadenschmuck doch erstaunlich gut erhalten?


Unser nächstes Ziel war Montefalco; auf dem folgenden Foto von Trevi aus herangezoomt (genauer: vom "Largo Don Bosco" beim Museumszentrum im ehemaligen Franziskanerkloster). Ein leichter Nebelschleier lag noch immer über der Ebene, doch sah das Kameraobjektiv Montefalco klarer als mein Auge:
 
Dem unschönen, aber markanten Wasserturm (oben links im Bild) hat jemand sogar ein Video gewidmet:

Das Filmchen zeigt außerdem Luftaufnahmen des Ortes, von denen es hier noch mehr gibt.
 

Für Montefalco hatte ich große Flausen im Kopf gehabt, nämlich das (dort gleichfalls) zum Museum umgewandelte ehemalige Franziskanerkloster zu besichtigen (vgl. den italienischsprachigen Wikipedia-Eintrag).
Auch dafür reichte die Zeit nicht hin; aber auf der Webseite "I Luoghi del Silenzio" sind die berühmten Chorfresken (Mitte 15. Jh.) des Florentiner Malers Benozzo Gozzoli zur Lebensgeschichte des Heiligen Franziskus von Assisi umfangreich wiedergegeben; das muss uns halt reichen. :-)
(Der Name der Seite - Stätten der Stille - bezieht sich nicht auf religiöse Meditation sondern auf den zentralen, wenn auch nicht rigoros durchgehaltenen Zweck dieser Webseite, speziell verfallene bzw. zweckentfremdete Kirchen fernab der historischen Zentren zu präsentieren.)

Nachfolgend einige (mehr oder weniger willkürlich geknipste) Impressionen aus der Stadt.

An der
Chiesa San Bartolomeo (s. a. hier) sind noch Spuren der Romanik erhalten:
 
 
Ganz in der Nähe ist die "Töpferstraße", in der ein Hausnummernschild mit Majolika-Groteskenmalerei gestaltet wurde. Vielleicht im nahen Deruta, das ebenfalls zu den "Borghi piu belli d'Italia" gehört und wohl die Welthauptstadt der Majolikamalerei ist. (Einige in diesem Stil bemalte Tellerchen von dort besitze auch ich: Flohmarktfunde im - Bayerischen Wald!)
In Deutschland erfreut sich die Majolika-Malerei keiner breiten Beliebtheit, immerhin hat aber ein Johann Wolfgang von Goethe sie geschätzt und gesammelt. Wahrscheinlich ist sie den Germanen zu bunt. Teuer ist sie außerdem, denn die Stücke werden in Handarbeit bemalt. (Wenigstens die echten; mittlerweile soll es auch Fälschungen geben.)
Seinen historischen Höhepunkt hatte dieses Kunsthandwerk im sechzehnten Jahrhundert. Danach verfiel es und wurde erst im 19. Jahrhundert wiederbelebt. In der bereits erwähnten umbrischen Kleinstadt Deruta gibt es - natürlich - neben zahlreichen Produktionsunternehmen auch ein Museum der Majolikamalerei (bzw. Keramikmuseum). Von den alten Stücken sind allerdings die schönsten schon vor langer Zeit ins Ausland abgewandert (als Beispiel hier einige Exemplare des Metropolitan Museums in New York). Die qualitativ hochwertigste Sammlung soll das Victoria and Albert Museum in London besitzen; berühmt ist der dortige Teller mit dem "Hochzeitsmaler", der wohl einen Majolikamaler beim Porträtieren eines Brautpaares zeigt. Auch die Russen haben, in der Leningrader Eremitage, zahlreiche hervorragende Stücke zusammengetragen.
Vor nunmehr etwa 15 Jahren hatte ich selber einige Webseiten zu diesem Thema zusammengestellt. Seither habe ich die allerdings nicht mehr gepflegt; die Links dürften also weitgehend veraltet sein.

Als wir vor 30 - 40 Jahren manchmal in Italien Urlaub machten, steckten dort die Pflanzen vor den Häusern meist in leeren Marmeladeneimern aus Blech oder in Plastikeimern. Heute tut auch hier der Wohlstand dem Auge wohl, denn nun sieht man sie größtenteils in Terrakotta-Blumentöpfen:
 
Der Palazzo Comunale, heute vor allem für Bibliothekszwecke genutzt, an der ungefähr runden Piazza del Comune im Herzen der Altstadt (auf diesem Foto etwas nüchtern; dagegen wird er in der Weihnachtszeit stimmungsvoll geschmückt):
 
 
Auch in Montefalco fehlen in den schmalen Gassen die Schwibbögen nicht, welche die Wohnhäuser gegeneinander abstützen:
 
Wir verlassen die Stadt (wer sich via Video etwas gründlicher informieren möchte, kann sich diesen über halbstündigen Videofilm, allerdings nur mit 480p aufgenommen, anschauen) und fahren weiter zum nahe gelegenen Bevagna (zur Römerzeit "Mevania" genannt).

Von dem sagt man, dass es in der Ebene liege; richtiger wäre aber wohl: Am Fuße der Hügelzone. Denn geringfügig Auf und Ab geht es auch hier auf einigen der Straßen.

Wie in den anderen beiden besuchten Orten ist auch in Bevagna die mittelalterliche Stadtmauer noch weitestgehend erhalten: 
 
Aber anders als in Trevi und Montefalco (letzteres wurde ohnehin erst im Frühmittelter gegründet) finden sich hier noch nennenswerte römische Überreste (z. B. auf dem Bild unten von einem einstigen Römertempel). Bevagna war einstmals eine wichtige Straßenstation an der Via Flaminia (und zugleich wohl auch ein kleiner Flußhafen - vgl. hier unter "Roman Warehouse") und dadurch eine recht große Siedlung. In der Kaiserzeit wurde die Haupttrasse dieser Fernstraße jedoch durch die "Valle Umbra" verlegt, wodurch die wirtschaftliche Vitalität und die politische Bedeutung des Ortes absanken.

Dasselbe Gebäude aus einem anderen Blickwinkel:


Ganz in der Nähe wurde in einem Haus ein römischer Mosaikfußboden aus einem Thermengebäude (s. a. dort) freigelegt. Leider war es geschlossen, doch konnten wir wenigstens von der Straße aus durch die Fenster einen Blick drauf werfen.

Die Chiesa di San Francesco ist nicht berühmt; sie lockte sie mich deshalb an, weil die Kuppel einer ihrer Kapellen mit Majolikafliesen ausgelegt ist. Wegen der schlechten Lichtverhältnisse sind meine eigenen Fotos misslungen. Die letzte Abbildung auf dieser Webseite (durch Anklicken zu vergrößern), zeigt sie jedoch. (Auch hier erwähnt, aber mit schlechterer Abbildung. Dafür, dass sie sogar nur mit einem Handy aufgenommen wurden, sind diese beiden Fotos recht gut; dazu auch ein informativer Text.)

Der Heilige Franziskus hatte sich mehrfach in der Gegend von Bevagna aufgehalten; diese Schrifttafel in der Kirche berichtet über seine Taten bzw. Erlebnisse:


Wir waren nun nahe jener Stelle in der Stadttopographie angelangt, wo einstmals das römische Theater gestanden hatte.
Diese - halbrunden - Theater sind zu unterscheiden von den - ovalen - Amphitheatern, die häufig außerhalb der Stadt lagen. So auch in Bevagna; doch sind davon kaum noch Spuren erhalten, so dass man jenes halbrundes Gässchen, welches im Stadtkern auf den Ruinen des THEATERS entstanden war, zunächst "Vicolo dell'anfiteatro", als "Amphitheatergasse" genannt hatte (so noch auf dem Stadtplan, den ich im örtlichen "Pro loco" - Fremdenverkehrsverein - erhielt).
Heute ist sie umbenannt in "Via del TEATRO Romano" (mit einem Hinweis - "gia ..." auf den früheren Namen): 
 
 
Antik römisch sehen die Gässchen selber nicht mehr aus:
Aber im Erdgeschoss von Häusern auf der rechten Seite kann man noch antike Gewölbe bewundern (Foto). Hier hat ein vergangenheitsbegeistertes Unternehmen namens "Compagnia delle Arti" das Haus eines Kaufmannes aus dem 13. Jh. restauriert und bietet diverse Dienste an. Zahlreiche Fotos vom Innenleben des Hauses und von den Römerresten zeigt die uns schon bekannte Webseite "I Luoghi del Silenzio". Eine ausführliche Beschreibung des Unternehmens (in der allerdings das Theater noch als "Amphitheater" angesprochen wird) bietet eine gewisse Camilla Arredia in ihrem Blogpost "Umbria: la casa di Cecco il mercante a Bevagna". 
In unmittelbarer Nachbarschaft hätte ich für Sie (falls Sie bei den in Trevi angebotenen Immobilien noch nicht zugegriffen haben) ein sensationelles Angebot: Das (angeblich) einzige Haus (aber vielleicht soll es auch nur "einzigartiges Haus" heißen), das auf den Überresten des römischen Theaters konstruiert wurde.
Jedenfalls sollen diese Überbleibsel [vermutlich im Erdgeschoss, das wohl als Keller dient] noch gut sichtbar sein - und anfassen kann man sie auch. Eine Übersetzung der weiteren Immobilienlyrik erspare ich mir .....

 
..... und biete hier ein (durch Anklicken vergrößerbares) Foto der Grundrisse der 3 Etagen. 75m² Wohnfläche, 13m² Dachterrasse und 44m² Kellergewölbe: Wer kann da widerstehen?
Freilich ist das Häuschen "da ristrutturare", also renovierungsbedürftig. Und wahrscheinlich steht, wegen der römischen Reste, dann auch ständig der Denkmalpfleger auf der Matte. :-) (Aber nicht verzagen: Unten habe ich noch ein veritables Schnäppchen für Sie aufgetrieben - falls Sie Maurer sind. :-) )

 
Die Gassen in Bevagna sehen, was die Häuser angeht, im Prinzip nicht anders aus als so viele mittelalterliche Orte in Italien. Allerdings machen sie, insbesondere im Vergleich zu Trevi und Montefalco, einen irgendwie leicht gammeligen Eindruck. Das mag an den Straßenbelägen liegen: auch die sind "da ristrutturare". :-)
 
 
Extrem informativ über zahllose Orte der Region Umbrien ist die englischsprachigen Webseite "Key to Umbria" von einer gewissen Lynda Evans.
Wie dem Kapitel "About me" auf der Homepage zu entnehmen, war sie Investmentbankerin und hat sich mit 50 Jahren zum Privatisieren zurückgezogen. Seitdem verkündet sie, mit äußerst detaillierten und präzisen Angaben, mindestens schon 15 Jahre lang den touristischen Ruhm Umbriens. Da die Autorin auf der Eingangsseite zu Bevagna berichtet "In June 2017, I had a most enjoyable stay at the Residenza di Porta Guelfa, just outside the city walls", ist sie offenbar noch immer aktiv.
Etwas schade ist, dass die Fotos nur klein sind; vermutlich verwendet sie eine sehr alte Software für ihre Seite. Bei Bedarf muss jeder halt selber über die Suchmaschine bessere Fotos der jeweiligen Objekte suchen.
U. a. auch für Bevagna hat sie eine Fülle von Informationen (historisch, kunsthistorisch usw.) ins Weltnetz eingestellt, die man (freilich in einer etwas labyrinthischen - Piranesi-artigen - Struktur) auf zahlreichen Unter-Unter-Unter-Seiten findet. Eine zusammenfassende Übersicht (also ein vollständiges Seitenverzeichnis) wäre wünschenswert; aber auch so kommt man durch, wenn man wirklich will. (Man muss allerdings etwas experimentierfreudig sein um herauszufinden, dass z. B. die Webseite "Monuments of Bevagna" lediglich eine Sammelseite ist, von der man durch Anklicken der Fotos zu ausführlicheren Informationen über das jeweilige Denkmal weitergeleitet wird.) Ich selber habe eher flüchtig drübergeschaut und nur im Einzelfall den einen oder anderen Text gelesen. Jedoch sind diese Seiten für tiefer Interessierte eine unerschöpfliche Fundgrube.
Jedenfalls, was unseren Zusammenhang angeht (Römisches Theater bzw. allgemein Überreste aus der Römerzeit), hat sie auch dazu einen Text und Bilder eingestellt. Die zeigen auch jene (heute nur noch an einer Mulde im Gelände erkennbare) Stelle, wo höchstwahrscheinlich einst das Amphitheater stand und wo auch schon Ausgrabungen stattgefunden haben.
 
Zwischendurch lugt der Turm der Kirche San Michele Arcangelo zwischen den Häusern hervor: 
 
Wir aber gehen zunächst noch an der Klosterkirche Santa Margherita vorbei. Das Kloster enthält eine "Scala santa", eine heilige Treppe, die wir aber nicht gesehen haben und das anscheinend auch regulär nicht zugänglich ist (vgl. auch diesen Text; hier ein italienischer Bericht über diese doppelläufige Treppenanlage). (Ebenso lässt uns unser schon vertrauter "Key to Umbria" auch hier nicht im Stich.)
 
Bei diesem Gemäuer pappt ein "Vendesi"-Schild an der Tür, es ist also ebenfalls zu verkaufen (wie oben das Römerhaus). Aber sicherlich viel billiger. Freilich auch um einiges restaurierungsbedürftiger. :-)
 
Die (unvollendete und daher an der Fassade seltsam amputiert wirkende) Kirche San Silvestro am Hauptplatz der Stadt haben wir, wie fast alle anderen Gebäude, ebenfalls nur von außen gesehen. Wer sie virtuell von innen besichtigen will, kann das anhand einer Fülle von Fotos auf dieser uns schon vertrauten Webseite tun.


Der Hauptplatz der Stadt (Piazza Silvestri, oder Filippo Silvestri, auch Piazza Maggiore genannt), mit den gegenüberliegenden Kirchen San Silvestro (s. o.) und - unten - San Michele Arcangelo sowie dem Palazzo dei Consoli, wirkt, trotz der sehr ungleichen Gebäude, angenehm harmonisch (Gesamtaufnahmen in der italienischsprachigen Wikipedia).
 
Schmuckvoll ausgearbeitet ist das Portal von San Michele mit der - schwebenden - Figur des Erzengels St. Michael auf der rechten Seite unterhalb des Portalbogens:
 
 
Am Hauptplatz war unsere Reisegruppe wieder vollständig zusammengetroffen und ging mit der Reiseleiterin zum Bus zurück.
 
Rasch noch das obligate Schwibbogen-Gassenfoto .....

..... und zum Abschluss (dieses Blotts wie aber auch meiner ganzen 5-teiligen Umbrien-Serie) ein anderes, weniger gewohntes Bild: Vom Nachbau eines mittelalterlichen (Bau- oder Schiffslade-?)Krans, der an der Apsis von San Michele aufgestellt war:


 

ceterum censeo
 
Wer alle Immiggressoren der Welt in sein Land lässt, der ist nicht "weltoffen":
Der hat den A.... offen!
Textstand vom 02.11.2017

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