Mittwoch, 5. Januar 2011

Heimlich, still und leise steigen (auch) im Allgäu die Preise


 Was fällt Ihnen auf, wenn Sie diese beiden Ausschnitte vom Kopf der 1. Seite der Allgäuer Zeitung (zunächst mit Rechtsklick vergrößern und dann:) vergleichen?
Ich meine, außer dem irrelevanten Umstand, dass es sich hier um die Regionalausgabe für Füssen und Umgebung handelt (und dass die Farbgebung des Fotos irgendwie blaustichig ist)? Zunächst einmal handelt es sich bei der oberen  um die Ausgabe vom 23.12.10; unten ist diejenige vom 03.01.2011 abgebildet. Und natürlich sind die Tagesmeldungen unterschiedlich, und natürlich auch die Wettervoraussage.

Und dann ist da noch ....... (nicht runterscrollen, wenn Sie noch weiter rätseln möchten):













der Preis! 5 ct sind absolut gesehen natürlich nicht viel Geld, und für das Gebotene ist mir die Allgäuer Zeitung (mit dem Mantel der Augsburger Allgemeinen) durchaus 1,30 € wert. Prozentual ist die Preissteigerung für die Einzelausgabe (alltags; samstags hat sie bisher 1,50 € gekostet; ob sich auch dieser Preis geändert hat, weiß ich nicht) von 1,25 Euro auf 1,30 Euronen aber immerhin schon eine solche um 4%.
Eine Ankündigung der Preiserhöhung habe ich nicht gelesen; vielleicht habe ich sie aber übersehen, oder sie ist bereits vor Weihnachten erfolgt.


Im Übrigen ist diese Preisanpassung ja auch ausgesprochen bescheiden, wenn man sie mit der Räuberei der Bayerischen Staatsregierung vergleicht. Die erhöht nämlich, wie dem Zeitungsbericht "Für des Königs Gemächer tiefer in die Tasche greifen" zu entnehmen war, den Eintrittspreis für das Schloss Neuschwanstein gleich von 9,- auf 12,- €, also glatt um ein Drittel oder 33,33%!
Und wie rechtfertigt Horst Wolf, Pressesprecher im Bayerischen Finanzministerium, diese Preisinflation? So:
"Den höheren Tarif hält Wolf nicht nur im internationalen Vergleich für vertretbar. «Der Eintrittspreis war seit 2004 unverändert», erinnert er. Um auf die langfristigen Planungen der Reiseveranstalter Rücksicht zu nehmen, steige der Gruppentarif zudem erst 2012 an. Und etwas dürfe man nicht vergessen: Neuschwanstein rangiere bei den Investitionen in Bausubstanz und Inventar weit vorne. Die Sanierung der Südfassade oder jüngst die Restaurierung historischer Tapeten hätten Millionen verschlungen. Trotz des neuen Tarifs bleibe das Erbe des Märchenkönigs ohnehin ein Draufzahlgeschäft."
Der Staat hat leider allzu viele Draufzahlgeschäfte, und das kennen wir ja schon von den sogenannten "Sparpaketen" der Bundesregierung: Die bestehen größtenteils aus Steuern- und Gebührenerhöhungen.
Wenn das Schule macht, alle 7 Jahre die Preise um ein Drittel zu erhöhen, dann haben die Inflationisten endlich erreicht, was sie anstreben - weil Inflation ja angeblich die Wirtschaft ankurbelt.

Wen sie folgenlos abzocken kann (oder abzocken zu können glaubt), dem oder der zieht unsere Regierung das Hemd aus (wie z. B. den Rauchern, zu denen ich selbst zwar nicht - mehr - gehöre, die ich aber gleichwohl in ihrer Rolle als Melkkühe des Fiskus bemitleide).

 Da sind sogar Private manchmal maßvoller; der Wittelsbacher Ausgleichsfonds erhöht die Preise für das Schloss Hohenschwangau "nur" von 9,- auf 10,50 €, d. h. um 1,50 Euro oder 16,66 %. Hier der dem Artikel in der Druckausgabe beigegebene Informationskasten mit weiteren Einzelheiten:




Das Langschläferfrühstück im Kurhaus, das bislang von der Firma Paiser Partyservice bewirtschaftet wurde (ab 2011 nicht mehr; Näheres dazu hoffentlich demnächst in einem separaten Blott)  ist auch nicht gerade "um ein Weniges zu haben" (wie man zu Kaisers und Königs Zeiten - also z. B. auch im Zeitalter Ludwigs des II. - gesagt haben würde).





Mit einer Ausnahme freilich: Das Guantanamo-Frühstück ist ein echtes Schnäppchen!




Aber das bekommt man anderen Orts bekanntlich sogar gratis [ob freilich auch mit Zigarette - ???]. Freilich muss man sich für ein Frei-Frühstück zuvor von den dortigen Gastgebern schnappen lassen; von daher kann man es wohl nicht als Schnäppchen bezeichnen.


Steigen sollen übrigens auch die Eintritte der Königlichen Kristall-Therme in Schwangau. Das wird - überzeugend - mit dem Ausbau begründet. Da wollen wir doch hier pro memoriam mal den aktuellen Stand festhalten (wobei uns lediglich der Thermalbereich interessiert, nicht die Sauna):

Nur Therme
 
mit Gästekarte
Normaltarif
Erwachsene 2 Stunden
4 Stunden
Tageskarte
  8,50 €
12,20 €
15,80 €
  9,00 €
13,20 €
16,80 €


Geburtstagskinder haben übrigens freien Eintritt. Ich selbst habe diese Chance freilich vor einigen Tagen jetzt ausgeschlagen (den genauen Tag verrate ich ihnen natürlich nicht) und mit meiner Frau stattdessen einen Shoppingtrip nach Augsburg unternommen. (Die Therme dürfte in den Weihnachtsferien auch ziemlich voll gewesen sein, so dass ein Besuch möglicher Weise ohnehin kein Genuss gewesen wäre - les raisins sont trop sures ... .)




Textstand vom 11.06.2011

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